Die besondere Herausforderung bestand darin, zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen, ohne die Identität des denkmalgeschützten Bauwerks zu beeinträchtigen. Deshalb ordnet sich die Architektur bewusst der bestehenden Stahlkuppel und der kreisförmigen Geometrie des Bunkers unter. Form, Ausrichtung und Wegeführung orientieren sich konsequent am historischen Baukörper und lassen den Bestand weiterhin als dominierendes Element wirken.
Unter der markanten Schwedlerkuppel entstanden zwölf zweigeschossige Maisonettewohnungen mit Wohnflächen zwischen rund 150 und 300 m². Die charakteristischen V-förmigen Grundrisse öffnen sich nach außen zu privaten Dachgärten und schaffen fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Jede Wohneinheit verfügt über großzügige Freiflächen und bietet einen außergewöhnlichen Blick über die Dächer Berlins.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die umfangreiche Dachbegrünung. Rund 2.000 m² Dachgärten, Terrassen und begrünte Freiflächen wurden auf dem historischen Bauwerk realisiert. Der gemeinschaftliche Innenhof mit Wasserbecken, Bambuspflanzungen und extensiver Begrünung bildet das grüne Zentrum der Wohnanlage und verbindet die einzelnen Häuser miteinander. Die Dachlandschaft verbessert nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Regenwassermanagement und zum Mikroklima des Gebäudes.
Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über einen freistehenden Turm, der über eine Brücke mit dem Dach des ehemaligen Gasometers verbunden ist. Dadurch bleibt die historische Bausubstanz weitgehend unangetastet, während gleichzeitig eine moderne und funktionale Erschließung geschaffen wurde.
Das Circlehouse zeigt, wie historische Industriearchitektur sensibel weiterentwickelt werden kann. Statt den Bestand zu überformen, ergänzt die neue Architektur das Denkmal mit Respekt und Zurückhaltung. Die Verbindung aus Denkmalschutz, innovativer Architektur und hochwertigem Wohnraum macht das Projekt bis heute zu einem internationalen Beispiel für nachhaltige Bestandstransformation und Dachaufstockung. Das Projekt wurde unter anderem auch international als außergewöhnliches Beispiel für innovative Dacharchitektur vorgestellt.
Beim Circlehouse waren wir als verantwortliche Architekten maßgeblich an der Planung und Realisierung dieses außergewöhnlichen Projekts beteiligt. Das Ergebnis ist ein Wohnensemble, das den historischen Charakter des Fichtebunkers bewahrt und gleichzeitig zeigt, wie sich anspruchsvolle Architektur und Denkmalschutz zu einem zukunftsweisenden Gesamtkonzept verbinden lassen.
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