Circlehouse Berlin

Wohnen unter einer historischen Stahlkuppel

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Mit dem Circlehouse entstand auf dem Dach des denkmalgeschützten Fichtebunkers in Berlin- Kreuzberg eines der außergewöhnlichsten Wohnprojekte Deutschlands. Wo einst ein Gasometer, später ein Luftschutzbunker und schließlich ein Lagergebäude die Geschichte Berlins prägten, entstand eine moderne Wohnanlage, die den historischen Bestand respektiert und gleichzeitig neue Maßstäbe für das Bauen im Bestand setzt. Der Fichtebunker selbst wurde zwischen 1874 und 1876 als Gasometer errichtet und zählt heute zu den bedeutendsten Industriedenkmälern Berlins.

Architektur im Dialog mit dem Bestand

Die besondere Herausforderung bestand darin, zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen, ohne die Identität des denkmalgeschützten Bauwerks zu beeinträchtigen. Deshalb ordnet sich die Architektur bewusst der bestehenden Stahlkuppel und der kreisförmigen Geometrie des Bunkers unter. Form, Ausrichtung und Wegeführung orientieren sich konsequent am historischen Baukörper und lassen den Bestand weiterhin als dominierendes Element wirken.

Wohnen auf dem Dach eines Industriedenkmals

Unter der markanten Schwedlerkuppel entstanden zwölf zweigeschossige Maisonettewohnungen mit Wohnflächen zwischen rund 150 und 300 m². Die charakteristischen V-förmigen Grundrisse öffnen sich nach außen zu privaten Dachgärten und schaffen fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Jede Wohneinheit verfügt über großzügige Freiflächen und bietet einen außergewöhnlichen Blick über die Dächer Berlins.

Dachlandschaft als Lebensraum

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die umfangreiche Dachbegrünung. Rund 2.000 m² Dachgärten, Terrassen und begrünte Freiflächen wurden auf dem historischen Bauwerk realisiert. Der gemeinschaftliche Innenhof mit Wasserbecken, Bambuspflanzungen und extensiver Begrünung bildet das grüne Zentrum der Wohnanlage und verbindet die einzelnen Häuser miteinander. Die Dachlandschaft verbessert nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Regenwassermanagement und zum Mikroklima des Gebäudes.

Erschließung mit Respekt vor der Geschichte

Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über einen freistehenden Turm, der über eine Brücke mit dem Dach des ehemaligen Gasometers verbunden ist. Dadurch bleibt die historische Bausubstanz weitgehend unangetastet, während gleichzeitig eine moderne und funktionale Erschließung geschaffen wurde.

Architektur und Denkmal im Einklang

Das Circlehouse zeigt, wie historische Industriearchitektur sensibel weiterentwickelt werden kann. Statt den Bestand zu überformen, ergänzt die neue Architektur das Denkmal mit Respekt und Zurückhaltung. Die Verbindung aus Denkmalschutz, innovativer Architektur und hochwertigem Wohnraum macht das Projekt bis heute zu einem internationalen Beispiel für nachhaltige Bestandstransformation und Dachaufstockung. Das Projekt wurde unter anderem auch international als außergewöhnliches Beispiel für innovative Dacharchitektur vorgestellt.

Unsere Rolle

Beim Circlehouse waren wir als verantwortliche Architekten maßgeblich an der Planung und Realisierung dieses außergewöhnlichen Projekts beteiligt. Das Ergebnis ist ein Wohnensemble, das den historischen Charakter des Fichtebunkers bewahrt und gleichzeitig zeigt, wie sich anspruchsvolle Architektur und Denkmalschutz zu einem zukunftsweisenden Gesamtkonzept verbinden lassen.

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